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Das Münstertal in den 1950er Jahren

Herr Rektor i.R. Konrad Ruh hat sich nun auch der Erforschung der Geschichte des Münstertales in den 1950er Jahren angenommen. Die thematisch geordneten Beiträge werden wöchentlich im Mitteilungsblatt der Gemeinde veröffentlicht. Parallel hierzu erfolgt die nachfolgende Veröffentlichung:


Kleine Kommunalgeschichte Der Bergbau in Münstertal

Der Bergbau in Münstertal

Der Bergbau in Münstertal

Nach der Klostergründung um 800 und dem Aufbau des Städtchens Münster um 900 hat seit der Jahrtausendwende der Bergbau die Geschichte des Tales und seiner Bewohner weitgehend bestimmt. Vermutlich wurde schon vor der Klostergründung im Münstertal Bergbau betrieben. Die älteste urkundliche Erwähnung des Bergbaus im Münstertal stammt aus dem Jahre 1028, als König Konrad II. an den Bischof von Basel einige Silbergruben im Breisgau verlieh, unter anderem auch im Münstertal.

Mit einigen Unterbrechungen wurde bis in die jüngste Zeit in dem weitverzweigten Stollennetz des Münstertales Blei und Silbererz gefördert. Aus dem Erlös der Silbergruben wurden erhebliche Zuschüsse zum Bau des Freiburger Münsters geleistet. Mit dem Dreißigjährigen Krieg endete im 17. Jahrhundert die Periode des Silberbergbaus. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde zunächst auf die Initiative des Klosters und dann durch badische und englische Bergwerkgesellschaften nach Kupfererz und Blei geschürft. Dieser zweite Abschnitt im Bergbau, die Bleiperiode, endete 1864 mit der Schließung der Grube „Teufelsgrund“ im Besitz der Gemeinde Münstertal, welche hier im Jahre 1970 ein Schau- und Besuchsbergwerk eröffnete und in einem Nebenstollen eine Asthma-Therapie-Station einrichtete. Gewissermaßen als Nebenprodukt verfügt die Gemeinde durch die Erhaltung der Stollenanlagen über ein umfangreiches Wasserreservoir zur Sicherstellung der kommunalen Trinkwasserversorgung in Trockenperioden.

Trachtenwesen und Volkstanzgut

Trachtenwesen und Volkstanzgut

Bis ins letzte Jahrhundert bildeten die über tausend Meter aufsteigenden Höhenzüge von Belchen und Schauinsland eine fast unüberwindbare natürliche Abgrenzung nach Osten hin. Das nach Westen zur Oberrheinebene hin offene Tal ließ hingegen enge Verbindungen wachsen zwischen der Bevölkerung im Münstertal, im Breisgau und im Markgräflerland. Ein beredtes Zeugnis hierfür ist die alte Breisgauer Tracht, die auch im Münstertal Fuß fassen konnte. Die Kleidung des Mannes bestand aus einer langen schwarzen Hose, einem Gilet (Weste), einem Gehrock und langen Schaftstiefeln. Die Frauen kleideten sich sonntags mit einem langen schwarzen Rock, einem fast ebenso langen einfarbigen seidenen Schurz, einem farbenprächtigen Schultertuch aus Seide sowie einer breiten schwarzen Flügelhaube mit einer goldbestickten Hornkappe. Diese schmucke einheimische Tracht wurde in den fünfziger Jahren nur noch von wenigen Frauen vorwiegend an hohen kirchlichen Festen getragen.

Anfang der 60er Jahre war es das besondere Verdienst von Uhrmacher Heinrich Pfefferle und Baron Hanns von Landenberg - den beiden großen Initiatoren auf dem Gebiet des einheimischen Gästewesens in diesem Jahrhundert -, dass die Münstertäler Tracht wieder "hof-fähig" wurde. Dies gelang durch die Gründung einer Trachtentanzgruppe, für die sich in den Gründungsjahren in selbstloser Weise einsetzten:

  • Heinrich Pfefferle, Alt-Uhrmacher ()
  • Volkstanzlehrer Dr. Jülg aus Innsbruck ()
  • Karin Gutmann-Heinrich als erste Tanzlehrerin
  • Klaus Gutmann als erster Vorsitzender der Trachtentanzgruppe
  • Willi Pfefferle als Musikant und Klarinettist ()
  • Josef Pfefferle als Handharmonikaspieler
  • Manfred Lange als Vorsitzender des damaligen Verkehrsvereins


Unter fachkundiger Beratung einer Trachtenschneiderin wurde die altüberlieferte Tracht leicht abgewandt, um sie für den Zweck des Volkstanzes tragbar zu machen. Wertvollstes Stück der Frauentracht ist die mit Silber- und Goldfäden bestickte Hornkappe, wovon es nur noch wenige Original-Exemplare gibt. Inzwischen haben die Frauen und Mädchen selbst die Kunst des Silberfadenstickens erlernt.

 Heute verfügt die Trachtengruppe Münstertal über ca. zwei Dutzend erwachsene Trachtenträger und Tänzer/innen und ebenso viele Mitglieder in der Kindertrachtengruppe. Vor einigen Jahren hat der Brauch des Trachtentragens wieder Eingang gefunden bei den Erstkommunionkindern des Tales.

Kleine Kommunalgeschichte

Kleine Kommunalgeschichte

Nachdem zu Beginn des 19. Jahrhunderts und nach der gewaltsamen Verweltlichung der Kirchengüter unter Napoleon im Jahre 1806 der großherzogliche Staat "Baden" geschaffen worden war, entstanden im Münstertal die verwaltungsmäßig selbständigen "Rotten": Wasen (später "Untermünstertal") sowie im oberen Tal Krumlinden, Lehner (Spielweg), Neuhof und Stohren, die bis ins 20. Jahrhundert hinein getrennte Gemeinderäte wählten, eigenes Vermögen besaßen und eigene Stabhalter und Rottenrechner hatten.


Im Jahre 1832 fanden auf Grund der ersten badischen Gemeindeordnung erstmals Bürgermeisterwahlen in den beiden Gemeinwesen Untermünstertal und Obermünstertal statt, deren Gemarkungsgrenze bis Anfang der 70er Jahre unterhalb des Klosters St. Trudpert verlief.


In weiser Vorausschau haben die Gemeindeväter des unteren Münstertales Mitte der 20er Jahre dieses Jahrhunderts gewissermaßen den Grundstein gelegt für das heutige Ortszentrum. An der breitesten Stelle des Münstertales, wo sich die beiden großen Täler in Richtung Belchen und Schauinsland gabeln, wurde in den Jahren 1925/26 ein repräsentatives Verwaltungs- und Schulgebäude errichtet, das bis heute als Rathaus dient sowie Kurverwaltung, Bürgersaal und Waldmuseum beherbergt.


Nachdem bereits im Mai 1916 nur 200 Meter talabwärts das Bahnhofsgebäude als Endpunkt der Münstertalbahn von Bad Krozingen über Staufen ins Münstertal in Betrieb genommen worden war, folgten in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in diesem Taldreieck weitere wichtige öffentliche Einrichtungen - so im Jahre 1955 der Kindergarten St. Trudpert, im Jahre 1956 das Post- und Volksbankgebäude und in den Jahren 1965/1966 die zentrale Columban-Grund- und Hauptschule und in den Jahren 1971 das Apotheken- und Sparkassengebäude und 1975/76 die evangelische Kirche. Damit war zwischen den beiden geschichtsträchtigen Anlagen, dem Kloster St. Trudpert und dem Laisackerhof, auf einer Länge von etwa zwei Kilometern das Zentrum eines Gemeinwesens für heute ca. 5000 Einwohner entstanden.

Erste Besiedlung durch St. Trudpert

Erste Besiedlung durch St. Trudpert

Der geschichtliche Beginn der Besiedlung des Münstertales liegt um das Jahr 600, als der (vermutlich iro-schottische) Mönsch Trudpert unter dem Schutz des Landgrafen Otpert ein Bethaus errichtete und – laut „Zweifalter Codex“ – im Jahre 607 den Märtyrertod starb. Als bleibendes Andenken hieran  begeht die Pfarrkirche St. Trudpert am jeweils letzten Aprilsonntag jeden Jahres das Patroziniumsfest zu Ehren ihres Kirchenheiligen Trudpert.


Der strenge Eremit Trudpert ließ sich an jener Stelle nieder, wo der heutige Pfaffenbach in den Neumagen mündet -  es ist die Stelle, wo heute das Kloster St. Trudpert steht. Unter Mithilfe einiger Knechte, die ihm der Landgraf zur Verfügung stellte, erbaute Trudpert eine Einsiedelei, um von hier aus das bis in die Talsohle herab bewaldete Tal zu roden und zu kultivieren.


Der Überlieferung nach wurden die Knechte jedoch im dritten Jahr der harten Arbeit überdrüssig und ermordeten den schlafenden Mönch mit einer Axt – das Hauptaltarbild in der Pfarrkirche St. Trudpert zeigt den Heiligen mit einem Kreuz in der rechten und einer Axt in der linken Hand. An der Mordstätte entstand zur Regierungszeit von Kaiser Karl dem Großen um das Jahr 800 das erste rechtsrheinische Benediktinerkloster.



Der wohl sichtbarste Beleg für das Wirken Trudperts im Münstertal dürfte der Merowingische Bronzeschlüssel sein, der Ende der dreißiger Jahre auf dem „Dreherhof“ im Ortsteil Krumlinden-Bühl – gut einen Kilometer vom Kloster St. Trudpert entfernt – beim Ausheben der Dunggrube gefunden wurde. Der etwa 10 cm lange Schlüssel weist an Bart, Griff und Halteöse starke Abnützungserscheinungen auf.



Wie Prof. Willi Wirth in zwei Aufsätzen Mitte der siebziger Jahre ausführte, müsse der Schlüssel ins siebte oder achte Jahrhundert datiert werden, da die Glockenform des Schlüsselgriffs typisch sei für jene Zeit. „Mit großer Wahrscheinlichkeit lässt sich der Schlüssel für die Zeit Trudperts selbst oder für das Oratorium in Anspruch nehmen, das der Edle Otpert nach dem Tod des Heiligen zu dessen Verehrung errichtete“, schreibt Prof. Willi Wirth wörtlich.

Kapellen im Münstertal

Kapellen im Münstertal

Auf der Gemarkung Münstertal gibt es neun Kapellen - drei im Untertal, zwei im Klosterbereich und vier im Obertal.

  1. Die Rotenbuck-Kapelle (Ortsplan OP: G10 Nr.14) ist dem hl. Antonius von Padua geweiht und 1913 mit dem gegenüberliegenden Rotenbuck-Schulhaus erbaut worden.

  2. Die Dekan-Strohmeyer-Haus-Kapelle (OP: F 13 Nr. 17) im ehemaligen klösterlichen Rammersbacherhof - der 1960 zum Dekants-Jugendheim umgebaut wurde - befindet sich auf der Ostseite des Gebäudes.

  3. Die Dekan-Strohmeyer-Kapelle (OP: H 15 Nr. 21) ist eine Gedächtniskapelle zu Ehren des von der SS im April 1945 ermordeten Pfarrherrn von St.Trudpert, Willibald Strohmeyer. Sie wurde erbaut auf Initiative des damaligen Vikars Alfons Sieber und am 31. August 1947 eingeweiht.

  4. Die Trudpert-Kapelle (OP: J7 Nr. 6) ist der Überlieferung nach jene Stätte, wo der Mönch Trudpert Anfang des 7. Jahrhunderts seine Zelle erbaute und von zwei Knechten erschlagen wurde.

  5. Die Markus-Kapelle auf dem Friedhof St. Trudpert (OP: J7 Nr.6) wurde im Jahre 1755 erbaut und ist heute Einsegnungskapelle.

  6. Die Alte Spielweg-Kapelle (OP: M5 Nr. 22), der Mutter Gottes geweiht, steht genau in der Gabelung der beiden alten Landstraßen im Ortsteil Spielweg. Die Kapelle bestand bereits Anfang des 16. Jahrhunderts; heute ist sie Gedächtniskapelle für die Gefallenen beider Weltkriege der früheren Gemeinde Obermünstertal.

  7. Die Neue Spielweg-Kapelle (OP: M5 Nr. 22), im Ortsteil Spielweg südlich der neuen L 123 gelegen, ist der Hl. Familie geweiht. Die Kapelle wurden 1932 - 1934 unter Pfarrer Strohmeyer erbaut. Das dreiteilige Altarbild ist eine Arbeit des einheimischen Kunstmalers Erwin Pfefferle.

  8. Die Neuhof-Kapelle (OP: P9) ist der Rosenkranzkönigin geweiht und wurde im Jahre 1904 zu einem großen Teil gestiftet von der Familie Franz vom Stohren.

  9. Die Gießhübel-Kapelle (OP: P2), die sich im Besitz der Familie vom gleichnamigen Gasthof befindet, ist die einzige Privatkapelle im Tal. Die 1893 erbaute Kapelle ist der Jungfrau Maria und dem hl. Nikolaus von der Flüe geweiht.

Ortsname und Gemeindewappen

Ortsname und Gemeindewappen

Der Name "Münstertal" geht auf die Gründung der mittelalterlichen Stadt "Münster" (vom Lateinischen "Monasterium" = Kloster) zurück, welche um 900 unterhalb des Klosters St. Trudpert gegründet wurde.

Urkundlich nachweisbar waren die verschiedenen kleinen Rotten (Ortsteile) des Münstertales und seiner Seitentäler schon im 14. Jahrhundert in zwei Vogteien gegliedert: In das obere Tal, auch "Britznach" genannt, und in das untere Tal, auch "Niedertal" genannt. Auch nach 1805, als im Zuge der Säkularisation der vorderösterreichische Teil Breisgau und damit auch das Münstertal an Baden fielen, blieben die beiden Talgemeinden selbständig und führten ab 1908 bzw. 1909 je ein eigenes Siegel der einstigen Bergbaustadt "Münster". Als sich die Talbevölkerung zum 01.12.1971 zur Gesamtgemeinde Münstertal zusammenschloss, da entwarf der Präsident des Geologischen Landesamtes, Prof. Dr. Franz Kirchheimer, für Münstertal ein neues Gemeindewappen.

Pate für das heutige Gemeindewappen wie auch für die beiden vorangegangenen Wappen der beiden Talgemeinden Ober- und Untermünstertal standen diese beiden ältesten Siegel der Stadt "Münster" aus dem Jahre 1317 und dem Jahre 1417 (rechts), die sich an Urkunden im Generallandesarchiv in Karlsruhe befinden.

Das Siegel vom 1317 zeigt eine Kirche (Symbol des Klosters als Grundherrschaft des Münstertales) und darüber einen gedeckten Kelch (Wappen der Herren Staufen als Vögte und Gerichtsherren). - Im Siegel von 1417 versinnbildlicht der Bindenschild den Machtanspruch der Habsburger als nunmehrige Obervögte über das Kloster, während die drei gotischen Fialen die Abtei St. Trudpert repräsentieren.


Dieses weist mit dem sogenannten Bindenschild auf die einstige österreichische Landeshoheit über den Breisgau und damit über das Münstertal hin. Mit der Mitra wird die Grundherrschaft der ehemaligen Abtei St. Trudpert  über das Münstertal dokumentiert, und Schlägel und Eisen erinnern an den Silberbergbau, der seit dem 10. Jahrhundert bis 1865 in Münstertal betrieben wurde. Alle drei Wappen sind heute in einem bleiverglasten Fenster im Bürgersaal des Rathauses dargestellt.
 
Das frühere Wappen der Gemeinde Obermünstertal (1908-1971) trägt auf weißem Grund eine doppeltürmige rote Kirche mit Dachreiter.
 
Das einstige Wappen der Gemeinde Untermünstertal (1909-1971) trägt auf weißem Grund einen roten Bindenschild mit weißem Balken, darauf 3 gotische rote Turmhelme, umragt von grünen Lorbeerzweigen.


Die Landwirtschaft

Die Landwirtschaft

Sehr alt geworden und dennoch jung geblieben ist der Zweig der Landwirtschaft, dem in der Gemeinde Münstertal eine gleichbleibende hohe Bedeutung zukommt. Zwar gibt es nur noch etwa zwei Dutzend landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe (in der Regel Landwirtschaft in Kombination mit "Ferien auf dem Bauernhof"), doch zusammen mit etwa 150 landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieben wird nicht nur ein beträchtlicher volkswirtschaftlicher Wert erarbeitet, sondern es fällt gewissermaßen als "Nebenprodukt" eine offen gehaltene und vorbildlich gepflegte Landwirtschaft ab. Auf der Gemarkung Münstertal sind das über 2000 Hektar Wiesen und Weiden, die bemäht oder von Jungvieh der ganzen Sommer über beweidet werden. Seit mehreren Jahrzehnten liegt der Großviehbestand der einheimischen Landwirtschaft bei rund 2000 Tieren.

Unterstützt von Land und Bund hat die Gemeinde Münstertal Mitte der 70er Jahre im Obertal und Anfang der 80er Jahre im Untertal mit einem Aufwand von insgesamt sieben Millionen Mark Flurbereinigungsverfahren durchgeführt. Im Rahmen dieser umfangreichen Erschließungsmaßnahmen erhielten viele abgelegene Schwarzwaldhöfe erstmals einen winterfesten, asphaltierten Zufahrtsweg. Die Programme enthielten darüber hinaus die Schaffung von Erholungseinrichtungen "im und am Wald" wie Wanderparkplätze und Hinweistafeln, Lehrpfade und Wanderwege, Sitzgruppen und Schutzhütten, Grillstellen und Brunnenanlagen, die allesamt den Einheimischen und Naherholungssuchenden ebenso zugute kommen wie den Kur- und Feriengäste. Auf diese Weise profitieren alle Natur- und Wanderfreunde von einer bis heute intakt gebliebenen Landwirtschaft in Münstertal.

Das Benediktinerkloster St. Trudpert

Das Benediktinerkloster St. Trudpert

Um das Jahr 800 entstand zu Ehren des bald als heilig verehrten Trudpert an dessen Todesstätte auf Initiative des Grafen Rampert und unter Mithilfe von Benediktinern aus St. Gallen das erste rechtsrheinische Benediktinerkloster – St. Trudpert. Fast tausend Jahre lang - im Jahre 815 bis zur Säkularisation im Jahre 1806 – war das Kloster St. Trudpert der kulturelle, politische, kirchliche und wirtschaftliche Mittelpunkt des Münstertales und gleichzeitig Ausgangspunkt der Christianisierung im Südschwarzwald. 41 Äbte nennt die Klostergeschichte: Der erste war Abt Erchenbald, der die erste Lebensbeschreibung über Trudpert verfasste; der bekannteste war Abt Augustin Sengler, der Erbauer der barocken Klosterkirche; der zeitlich letzte war Abt Columban, der in Vorahnung auf kommende Wandlungen im europäischen Gesellschaftssystem noch vor der Säkularisation zwei Drittel des umfangreichen Klosterwaldes den beiden politischen Gemeinden Ober- und Untermünstertal übereignete. Mehrfach wurden die Klostergebäude durch Kriegswirren zerstört, am schlimmsten wohl beim Schwedenbrand im Jahre 1632. Doch immer wieder wurde das Kloster aufgebaut. Von dem im 15. Jahrhundert begonnenen gotischen Münster wurde lediglich der Chor vollendet. Als Anfang des 18. Jahrhunderts Abt Augustin Sengler den Vorarlberger Baumeister Peter Thumb ins Tal holte, gelang diesem eine architektonische Meisterleistung, indem er den bestehenden gotischen Chor mit in das neue barocke Gesamtbauwerk miteinbezog.

Die mittelalterliche Stadt Münstertal

Die mittelalterliche Stadt Münstertal

Eng verbunden mit dem Kloster St. Trudpert ist die Geschichte des mittelalterlichen Bergbaustädtchens Münster, welches bereits hundert Jahre nach der Klostergründung unterhalb der "Oberen Bruck" (OP: H/J 7 Abzweigung zum Schützenhaus) zum Schutz des Klosters errichtet wurde. Kloster und Städtchen wurden dennoch 926 von den Ungarn niedergebrannt. Beim Wiederaufbau der Stadt wurde diese gesichert durch Mauern, Tore und Stadtgraben. Um das Jahr 1300 besaß die Stadt dank der ergiebigen Silbererzvorkommen im Belchen- und Schauinslandbereich mehrere Würkhöfe und Schmelzöfen, eine eigene Münzstätte, ein Kaufhaus, eine Badehaus, ein "Leutespital" und sogar ein eigenes Stadtsiegel.

Handfeste finanzielle Interessen an den ergiebigen Silbererzvorkommen im Münstertal, der Verkauf von Pfandbriefen und Besitzrechten, der offene Streit über die Ausübung der Berghoheit, Urkundenfälschungen und Lösegeldforderungen für entführte Kaufleute - alle ausgetragen zwischen Klosterherrschaft St. Trudpert, sowie den wohlhabenden Bürgern des aufstrebenden Marktfleckens Freiburg - all dies führte schließlich im Jahre 1346 zu dem wohl schwärzesten Tag der Geschichte des Bergbaustädtchens Münster, als die Freiburger bewaffnet über den Schauinsland ins Münstertal kamen um die Burg Scharfenstein (OP: O7) und die Stadt Münster zerstörten.

Zeugnisse aus der geschichtlichen Vergangenheit der Stadt Münster sind mehrere Bodenfunde, unter anderem ein mächtiger Eichenholzbalken (vermutlich ein Stadttorbalken), der 1961 bei Kanalisationsarbeiten innerhalb der ehemaligen Stadtmauern gefunden und vom Geologischen Landesamt nach der Karbon-Meßmethode um das Jahr 1400 datiert wurde, sowie ein etwa drei Meter langes, stark angebranntes Balkenkreuz, gebrannte Ziegelsteine, Gefäßreste und Münzen.


Zum letzten Male erscheint Münster als Stadt mit Vogt und Rat im Jahre 1539. Dann sinkt das Städtchen zum Dorf herab. Bergbau und Wohlstadt der Bürger in Münster gehen stark zurück. Heute erinnern nur noch die eng bebaute Besiedlung des Ortsteiles Münster (des größten unter den 15 Ortsteilen auf der Gemarkung Münstertal) sowie die ehemalige Gemeindestube ("Adler-Stube") an das hier einst blühende Gemeinwesen gleichen Namens.

Die Einwohner des Tales

Die Einwohner des Tales

Im Dezember 1971, als sich 86 % der Untertäler und 65 % der Obertäler Bevölkerung freiwillig für einen Zusammenschluss der beiden Talgemeinden aussprachen, hatte die neue Gesamtgemeinde Münstertal 4500 Einwohner. Mitte der 90er Jahre wohnten im Münstertal - verteilt auf ca. 1600 Wohnungen in 15 Ortsteilen - 5000 Einwohner, etwa ein Drittel im Obertal und zwei Drittel im Untertal. Etwa 80 % der Einwohner sind katholisch, etwa 10 % evangelisch. Der Anteil der ausländischen Mitbewohner/innen liegt bei etwa zwei Prozent. Die rund 2200 erwerbstätigen Personen im Tal sind größtenteils tätig im produzierenden Gewerbe (knapp 40 %) sowie in den Bereichen Dienstleistung / Handel / Verkehr (etwa 45 %). Der Anteil der hauptgewerblichen Land- und Forstwirte liegt nur noch bei etwa einem Prozent. Die Zahl der Berufsauspendler (vorwiegend nach Staufen und Freiburg) liegt bei etwa 1500 Personen 12 mal höher als die Einpendler (vor allem aus Staufen / Bad Krozingen).


Ursprünglich besiedelten die Kelten das Tal, später folgten die Alemannen in diesen Raum. Die alteingesessenen Einwohner des Münstertales sprechen auch heute noch ihren ursprünglichen alemannischen Dialekt.


Der 30jährige Krieg hatte auch im Münstertal die Einwohner- zahlen stark zurückgehen lassen, so dass in der Folge unter der vorderösterreichischen Herrschaft von Maria Theresia und Josef II. Familien aus Vorarlberg, Salzburg und Tirol ins Münstertal geholt wurden. Dabei handelte es sich vorwiegend um Bergleute, Landwirte, Waldarbeiter und Handwerker mit den noch heute im Tal weitverbreiteten Namen Pfefferle, Gutmann, Riesterer, Schneider, Burgert, Ortlieb, Dietsche, Schelb und Wiesler, von denen es jeweils hundert und mehr Namensträger im Tal gibt. Zunächst sesshaft geworden auf den Höhen des Schauinslandes, verbreiteten sie sich bald im ganzen Tal und darüber hinaus.

Die Forstwirtschaft

Die Forstwirtschaft

Angesichts 4345 Hektar Wald auf der Gemarkung Münstertal - davon 57 % im Besitz der Gemeinde, 36 % in Staats- und 7 % in Privathand - stellt die Forstwirtschaft einen wichtigen Pfeiler im Kommunalhaushalt der Gemeinde dar. Netto-Gewinne wie noch in den 80er Jahren wirft der Wald nicht mehr ab; die waldreiche Gemeinde Münstertal ist froh, wenn sie den alljährlichen Forsthaushalt in Höhe von rund 1 Mio. Euro ausgleichen kann.

Waren um die Jahrtausendwende einige hundert Arbeiter (vor allem Holzfäller, Schleifleute und Pflanzerinnen) im Wald beschäftigt, so stehen heute noch 12 Waldarbeiter und 2 Förster im Dienst der Gemeinde. Ihnen obliegt die Aufgabe, jährlich etwa 16.500 Festmeter Holz einzuschlagen, Aufforstungen vorzunehmen sowie das weitverzweigte Netz an Waldwirtschaftswegen zu unterhalten und pflegen. Dabei hat der Einsatz modernster technischer Mittel vor allem bei der Holzernte die körperliche Arbeit des heutigen Waldarbeiters erheblich erleichtert, wenn auch nicht gänzlich ungefährlich gemacht.

Der einheimische Mischwald besteht zu etwa zwei Dritteln aus Nadelhölzern (Fichten, Tannen, Douglasien) und zu etwa einem Drittel aus Laubhölzern (vorwiegend Buchen). Vor allem in Höhenlagen um 1000 Meter macht die Ozonbelastung dem heimischen Wald sichtbar zu schaffen - ein Umstand, dem die Forstfachleute in der Vergangenheit mit großflächigen Düngungen (teilweise mit Erfolg) begegnet sind. - Als holzverarbeitende Berufe haben sich im Münstertal bis heute erhalten der Säger, der Zimmermann, der Schreiner, der Holzschnitzer, der Bürstenhersteller und der (letzte) Köhler im Schwarzwald.

Der Tourismus

Der Tourismus

Im Vergleich zur Land- und Forstwirtschaft ist der Fremdenverkehr ein relativ junges Kind der Gemeinde Münstertal, denn gezielte Gästewerbung wurde erst betrieben, als im Jahre 1935 der Verkehrsverein Münstertal gegründet wurde. Von dessen ersten Vorsitzenden, Baron Hans von Landenberg, stammt laut Protokollbuch des Verkehrsvereins der Ausspruch: "Für das industriearme Tal ist der Fremdenverkehr die einzige zusätzliche Erwerbsquelle, die um das Drei- bis Vierfache gesteigert werden kann." Was damals vom Verkehrsvereinsvorsitzenden als bescheidene Zukunftsvision geäußert worden war (1935 zählte man bei 936 Gästen genau 2624 Übernachtungen), hat sich zwischenzeitlich zur stärksten Wirtschaftskraft der Gemeinde entwickelt.


In der Saison 1956/57, als erstmals nach dem Krieg wieder eine Gästestatistik geführt wurde, hatten sich die Übernachtungszahlen fast schon verzehnfacht, wieder ein Jahrzehnt später nochmals verdoppelt, und im Jahre 1970 wurde die 100.000-Übernachtungshürde genommen. In der Saison 1976/77 wurden 200.000 Gästeübernachtungen erreicht, und die 300.000-Marke fiel in der Saison 1990/91.


Trotz weiterhin zunehmender Gästemeldungen stagnieren seither die Gästeübernachtungszahlen auf diesem Niveau infolge gleichzeitig leicht rückläufiger Aufenthaltsdauer der Gäste. Dahinter verbirgt sich der zunehmende Trend zum Zweit- und Dritturlaub des erholungssuchenden Gastes.


Am 1. April 1967 ging die bis dahin von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Verkehrsvereines geleistete Arbeit in den Aufgabenbereich der kommunalen Kurverwaltung über. Dieser zur Seite steht seit Ende der 60er Jahre der "Kurbeirat" - ein aus etwa zwei Dutzend Personen besetztes, ehrenamtlich tätiges Fachgremium für alle fremdenverkehrlichen Fragen.

Der Orden der St. Josef-Schwestern

Der Orden der St. Josef-Schwestern

Das Kloster St. Trudpert war im Mittelalter zu einem blühenden geistigen und auch künstlerischen Gemeinwesen emporgewachsen. Beredte Zeugnisse dieser herausragenden Epoche sind unter anderem die beiden spätromanischen Niello-Kreuze aus dem 12. Jahrhundert. Das ältere der beiden Vortragekreuze ist heute noch in St. Trudpert, das jüngere befindet sich in der Eremitage in Petersburg. Hier - wie auch im Metropolitan-Museum New York - befindet sich außerdem ein St. Trudpert-Kelch aus jener Zeit. Da wohl bemerkenswerteste Zeugnis ist das "St. Trudpert-Lied" - das "Hohelied der Liebe", welches die erste geistliche Liebesdichtung in deutscher (teilweise auch in alemannischer) Sprache überhaupt darstellt. Das Original der 222 Seiten umfassenden mittelalterlichen Handschrift befindet sich heute in der Hofbibliothek in Wien, eine Kopie ist auch im Besitz der Pfarrgemeinde St. Trudpert.


Nach dem gewaltsamen Ende des fast tausend Jahre bestehenden Klosters St. Trudpert erwarb der Hofrichter Konrad von Andlau 1808 den größten Teil der klösterlichen Gebäude und Güter, um sie vor dem Verfall und der Zerstörung zu retten. Erst 1919/20 konnten die einstigen Klosterbaulichkeiten wieder ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung zugeführt werden. Die Schwestern aus dem Vogesenkloster St. Marx im Elsaß erwarben das Kloster St. Trudpert und richteten hier ihr Provinzhaus ein.


Da die ehemalige benediktinische Klosterkirche Anfang des 19. Jahrhunderts an den neugegründeten badischen Staat überging und gleichzeitig Pfarrkirche für die Bevölkerung des Münstertales wurde, ließ der Schwesternorden Ende der 20er Jahre dieses Jahrhunderts eine eigene Klosterkirche - eine Kuppelkirche - errichten. In zahlreichen Kindergärten, Krankenhäusern, Altenheimen und Sozialstationen stellen sich die St. Josef-Schwestern bis zum heutigen Tag in den Dienst der christlichen Nächstenliebe.

Die Schulen im Münstertal

Die Schulen im Münstertal

Die Weitläufigkeit der Gemeinde brachte es mit sich, dass es ab 1914 auf der Gemarkung Münstertal 6 "Volks"schulen gab, zwei im Untertal und vier im Obertal. Die Ziegelplatzschule im Untertal (1788 erbaut) fiel 1974 der Spitzhacke zum Opfer. Die zweite Untertäler Schule im Rotenbuck (1913 fertiggestellt) wurde bis Mitte der 90er Jahre schulisch genutzt. Die 1913 erbaute Spielwegschule ist heute zentrale Grundschule um Obertal. Die 1914 bezogene Kleinschule im Neuhof aus dem Jahre 1857 wurde bereits 1968 geschlossen. Eine Ausnahme blieb die Stohrenschule, die als kleinste und höchstgelegene Grund- und Hauptschule des Landes gilt. Die zentrale Hauptschule für alle Schüler des Münstertales (ohne Stohren) ist die 1966 erbaute Columbanschule im Ortszentrum. Im Jahre 1999 wurde die Schule umbenannt in "Abt-Columban-Schule". Damit soll daran erinnert werden, dass der letzte Abt des Klosters St. Trudpert vor der Säkularisation den größten Teil des Waldbesitzes des Klosters an die Gemeinde übereignete.


Als weiterführende Schulen werden außerdem besucht das Faustgymnasium in Staufen, die Realschule in Heitersheim und die beruflichen Schulen in Müllheim und Freiburg.


Herr Rektor i.R. Konrad Ruh hat sich nun auch der Erforschung der Geschichte des Münstertales in den 1950er Jahren angenommen. Die thematisch geordneten Beiträge werden wöchentlich im Mitteilungsblatt der Gemeinde veröffentlicht. Parallel hierzu erfolgt die nachfolgende Veröffentlichung:


Herr Rektor i.R. Konrad Ruh hat sich der Erforschung der Geschichte des Münstertales im Zeitraum von 1945 bis 2000 angenommen. Die thematisch geordneten Beiträge werden wöchentlich im Mitteilungsblatt der Gemeinde veröffentlicht. Parallel hierzu erfolgt die nachfolgende Veröffentlichung:


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